
3,69 Millionen Leak-Funde: Was die Schweizer Darknet-Exposure-Studie zeigt
Die Schweizer Darknet-Exposure-Studie von Risikomonitor ordnet 3.691.357 Leak-Funde insgesamt 204.338 unterschiedlichen .ch-Domains zu. Stichtag ist der 29. Juni 2026. Der zentrale Befund der Presseunterlage: 1.565.304 Funde beziehungsweise 42,4 Prozent enthalten ein verwertbares Klartext-Passwort.
Ein Leak-Fund ist kein Nachweis eines Firmenhacks
Die Studie gleicht .ch-Domains mit zwei lizenzierten Breach-Korpora ab. Eine berufliche Adresse kann in einem Leak eines externen Dienstes erscheinen, ohne dass das Unternehmen hinter der Adresse selbst angegriffen wurde. Deshalb dürfen die ausgewiesenen Domainzahlen nicht als Zahl gehackter Schweizer Unternehmen gelesen werden.
Ebenso wichtig ist die Trennung zwischen Fundstellen, E-Mail-Adressen, Passwörtern und Domains. Eine Domain kann in mehreren Datensätzen oder Plattform-Leaks enthalten sein. Die Erhebung berichtet diese Grössen getrennt.
Klartext-Passwörter und Kontaktdaten sind unterschiedliche Risiken
Ein historisches Klartext-Passwort kann relevant sein, wenn es noch verwendet oder auf anderen Diensten wiederverwendet wird. Ob es heute gültig ist, wird durch den historischen Leak allein nicht bewiesen. Dennoch ermöglichen solche Daten gezielte Versuche automatisierter Kontoübernahmen.
Marketing- und Kontaktdaten ohne Passwort haben eine andere Bedeutung: Die Presseunterlage nennt hier 48.518 Domains und 499.210 Funde. Sie liefern keine unmittelbaren Zugangsdaten, können aber personalisiertes Phishing erleichtern.
Wenige Plattform-Leaks erreichen viele Domains
Nach betroffenen .ch-Domains führen Verifications.io mit 36.711, Adobe mit 36.671 und Dropbox mit 32.539 die Liste an. Dahinter stehen Twitter/X mit 21.331 und LinkedIn mit 21.303 Domains. Die Rangfolge beschreibt die Reichweite der jeweiligen Datensätze in diesem Korpus; sie ist keine Bewertung der heutigen Sicherheit der Plattformen.
Wiederholte Exposition bleibt relevant
58,1 Prozent der betroffenen Domains erscheinen laut Erhebung in mindestens zwei unabhängigen Leaks. 11.577 Domains werden in zehn oder mehr Leaks gefunden. Ein Mehrfachfund erhöht die Zahl bekannter Anknüpfungspunkte, beweist aber weder eine aktuelle Kompromittierung noch eine bestimmte Zahl betroffener Personen.
Für Organisationen ergibt sich daraus ein praktischer Ablauf: Funde zuerst nach Quelle, Alter und Datentyp einordnen; danach betroffene Zugänge prüfen, wiederverwendete Passwörter ersetzen und Mehrfaktor-Authentifizierung einsetzen. Ein Rohfund ohne Kontext reicht für eine belastbare Incident-Bewertung nicht aus.
Kennzahlen aus verschiedenen Auswertungen nicht vermischen
Die Darknet-Presseunterlage nennt für ihre Passwortauswertung 1.560.872 Klartext-Passwörter und 4.858 Vorkommen von „123456“. Die separate Passwortkultur-Studie arbeitet mit einer anderen Auswahl und weist 238.319 Passwörter aus. Die Zahlen beschreiben unterschiedliche Auswertungsbestände und dürfen nicht ohne Angleichung der Methodik verglichen werden.
Quelle und Grenzen: Grundlage sind die bereitgestellte Studie, das Working Paper und die Pressemitteilung „Darknet Exposure Schweiz 2026“. Historische Leak-Funde werden nicht als aktuelle, unabhängig bestätigte Angriffe dargestellt. Originalunterlagen: Publikationen, nach E-Mail-Code-Verifizierung.
Studie und Presseunterlagen
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Originaldokumente: Deutsch · PDF
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