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    RisikoMonitor
    Studie: Darknet statt Darkroom: das geheime Liebesleben Österreichs — RisikoMonitor
    Studie24. Mai 2026 3 Min Lesezeit

    Darknet statt Darkroom: das geheime Liebesleben Österreichs

    AT Domain Security Survey 2026 · Studie AT-01 · Stichtag 24.05.2026

    Die erste plattformübergreifende Langzeitauswertung der Datenleck-Landschaft Österreichs zeigt: 93.308 österreichische Firmen-Mailadressen — jede zwölfte des Landes — stehen in der Datenbank mindestens einer Dating- oder Adult-Plattform. Das sind 8,3 Prozent aller beruflichen E-Mail-Adressen, die in Datenlecks auftauchen. Es wird kein einziger Name, keine Domain und keine E-Mail-Adresse genannt — alle Auswertungen sind aggregiert.

    1. Der Kernbefund

    Von 1.125.072 distinkten österreichischen Firmen-Mailadressen, die in irgendeinem Datenleck der vergangenen zwanzig Jahre auftauchen (Freemail-Anbieter über eine Sperrliste von 5.041 Domains ausgeschlossen), stehen 93.308 in mindestens einer Datenbank einer Dating- oder Adult-Plattform. Die Auswertung umfasst 1.024 Datenlecks und 5,92 Millionen einzelne Fundstellen über 59 Plattformen (22 Dating-, 37 Adult-Plattformen).

    Zu 92 Prozent dieser Treffer liegen Zugangsdaten vor — die Konten wurden nachweislich angelegt, nicht bloß behauptet. Der Befund ist doppelt brisant: Die berufliche Mailadresse ordnet die Person eindeutig einem Arbeitgeber zu, und genau diese Kombination aus Name, Firma und Adult-Plattform ist die Grundausstattung jedes Erpressungsversuchs. Nicht die Registrierung selbst ist das Risiko, sondern ihre Nachweisbarkeit. Und das Darknet vergisst nicht.

    2. Wo die Adressen stehen

    Alle Plattformen mit mindestens 30 betroffenen österreichischen Firmen-Mailadressen:

    PlattformKategorieAT-Fundstellen gesamtdavon Firmenadressen
    AdultFriendFinderDating/Adult114.92839.511
    BadooDating163.99137.513
    ZooskDating102.51022.747
    FlingDating21.4708.809
    StripchatAdult4.764601
    TnaFlixAdult608301
    Mate1Dating1.061234
    NaughtyAmericaAdult458168
    xHamsterAdult378167
    HongFireAdult386157
    ProstopornoAdult644157
    JustDateDating610143
    BrazzersAdult310134
    SexytippAdult258132
    LovePlanetDating526118
    FreeOnesAdult80699
    KinkyDollarsAdult20471
    LordsOfPornoAdult28256

    Summe über 58 Plattformen: 416.806 Fundstellen · 111.455 Firmenadressen. Entdoppelt auf Domain-Ebene ergeben sich die 93.308 distinkten Firmen-Mailadressen.

    Auffällig: Nach Fundstellen liegt Badoo vorn, nach beruflichen Adressen jedoch AdultFriendFinder. Eine Fundstelle ist ein Datensatz, keine Person; erst die Entdopplung auf Domain-Ebene zeigt die wahre Verbreitung.

    3. Mehrfachregistrierungen

    Anzahl PlattformenMailadressenAnteil
    177.46083,0 %
    213.77214,8 %
    31.7541,9 %
    4 und mehr3220,3 %

    Die überwiegende Mehrheit ist Einzelfall: 83 Prozent tauchen auf genau einer Plattform auf. Ein Sechstel jedoch — 15.848 Adressen — steht auf zwei oder mehr, 322 sogar auf vier und mehr. Bei dieser Gruppe ist von einem Muster auszugehen, nicht von einer einmaligen Registrierung.

    4. Wer registriert sich

    Die Datensätze von Fling, Badoo und Zoosk enthalten das bei der Registrierung eingetragene Geschlecht.

    Fling (Casual-Dating): Männer 8.444 (95,9 %) · Frauen 257 (2,9 %) · Paare 78 (0,9 %) · Trans/TS 30 (0,3 %). Auf jede Frau kommen 33 Männer.

    Badoo (Mainstream-Dating): Männer 22.899 (56,9 %) · Frauen 17.222 (42,8 %) · keine Angabe 409 (1,0 %). Das Verhältnis ist mit 57 zu 43 nahezu ausgeglichen — die verbreitete Erzählung vom 80-zu-20-Markt ist falsch.

    Zoosk: Männer 3.928 (60,7 %) · Frauen 1.982 (30,6 %) · keine Angabe 557 (8,6 %).

    5. Warum ausgerechnet die Firmenadresse?

    Die Studie belegt die Zahl, nicht das Motiv. Fünf Erklärungen liegen nahe und schliessen einander nicht aus:

    1. Nicht jedes Konto wurde von jener Person angelegt, der die Adresse gehört. Affiliate- und Bot-Anmeldungen aus zugekauften Adresslisten erzeugen vollwertige Konten. 2. Die Firmenadresse war jahrelang die erreichbarste. Unternehmens-Proxys blockierten private Webmail-Oberflächen; die Dating-Plattform selbst stand auf keiner Sperrliste. 3. Der einzige Posteingang, in den der Partner nicht schaut. 4. Der Trugschluss über Sicherheit: [email protected] ist ein vollständiges Ausweisdokument samt Arbeitgeberangabe. 5. Zu 92 Prozent liegen Zugangsdaten vor — es hat also eine Registrierung stattgefunden.

    6. Warum das Aufsichtsräte angeht

    Für 1.811 österreichische Führungskräfte — Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte aus dem Firmenbuch — konnte eine verifizierte Verknüpfung zu einer geschäftlichen E-Mail-Adresse hergestellt werden. In den Datenbanken von AdultFriendFinder, Badoo und Zoosk findet sich jeweils genau eine dieser Führungskräfte.

    Auf Vorstandsebene ist eine alte Registrierung ein Unternehmensrisiko: Ein einziger öffentlich gewordener Fall genügt, um eine Reputations- und im Ernstfall eine Governance-Krise auszulösen. Hinzu kommt die Erpressbarkeit — Adresse, Plattform und Arbeitgeber stehen bereits nebeneinander.

    Pressebericht

    Der KURIER hat die Studie exklusiv aufgegriffen und veröffentlicht: „Firmen-Mails, Pornografie, Dating: Darknet-Analyse von Risikomonitor" im KURIER

    Auf Social Media begleitet KURIER die Recherche auch auf TikTok und Facebook.

    Nächster Schritt: Risiko sichtbar machen

    Risikomonitor hilft Unternehmen, diese Exposition schnell und diskret zu bewerten — von der kostenlosen Erstprüfung über laufendes Darknet-Monitoring bis zur Lieferantenüberwachung. [Kontaktieren Sie uns](/kontakt) für eine unverbindliche Beratung oder eine erste Einschätzung Ihrer Lage.

    Methodik und Datenschutz

    Datengrundlage: Vereinheitlichter Bestand kommerzieller Breach-Intelligence-Quellen; sämtliche Fundstellen waren bereits zuvor öffentlich zugänglich. Stichprobe: 1.125.072 distinkte österreichische Firmen-Mailadressen (Freemail-Provider über Sperrliste ausgeschlossen), 5,92 Millionen Fundstellen, 1.024 Datenlecks, davon 22 Dating- und 37 Adult-Plattformen. Stichtag: 24. Mai 2026, 06:17 UTC. Schutzmassnahmen: Alle Auswertungen sind aggregiert; Zellen unterhalb einer Schwelle von 30 (Plattformzuordnung) beziehungsweise 10 (C-Level-Kohorte) werden nicht berichtet. Namen einzelner Personen, Domains oder E-Mail-Adressen werden nicht genannt. Rechtliche Einordnung: Sämtliche verwendeten Daten sind Sekundärdaten aus bereits öffentlich zugänglichen Datenlecks. Für die aggregierte Berichterstattung gilt in Österreich das Medienprivileg gemäß § 6 DSG.

    Quellenangabe bei Verwendung: „Risikomonitor.com GmbH, Studie AT-01 — Darknet statt Darkroom (Österreich 2026), Stichtag 2026-05-24".

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