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    RisikoMonitor
    Studie: Darknet statt Darkroom: das geheime Liebesleben der Schweiz — RisikoMonitor
    Studie21. August 2026 3 Min Lesezeit

    Darknet statt Darkroom: das geheime Liebesleben der Schweiz

    CH Domain Security Survey 2026 · Studie 07 · Stichtag 19.08.2026

    Eine plattformübergreifende Auswertung der in der Schweiz sichtbaren Datenleck-Landschaft zeigt: 15.839 .ch-Domains — Firmen, Vereine und Organisationen — stehen in der Datenbank mindestens einer Dating- oder Adult-Plattform. Das sind 7,8 Prozent aller .ch-Domains, die überhaupt in einem Datenleck auftauchen. Es wird kein einziger Name, keine Domain und keine E-Mail-Adresse genannt — alle Auswertungen sind aggregiert.

    1. Der Kernbefund

    Von 204.338 distinkten .ch-Domains, die in irgendeinem Datenleck auftauchen, stehen 15.839 in mindestens einer Dating- oder Adult-Datenbank — verteilt auf 173.927 einzelne Fundstellen über 59 Plattformen. Der Befund ist doppelt brisant: Erstens ordnet eine .ch-Domain-Adresse die Registrierung eindeutig einer Organisation zu. Zweitens ist genau diese Kombination — Adresse, Plattform, Arbeitgeber — die Grundausstattung jedes Erpressungsversuchs. Nicht die Registrierung selbst ist das Risiko, sondern ihre Nachweisbarkeit. Und diese Nachweisbarkeit kennt kein Ablaufdatum: Kein einziges der ausgewerteten Datenlecks ist im Beobachtungszeitraum verschwunden. Das Darknet vergisst nicht.

    2. Wo die Adressen stehen

    Alle Plattformen mit mindestens 30 betroffenen .ch-Domains. Erste Zahl: sämtliche Fundstellen, zweite: distinkte .ch-Domains darin.

    • AdultFriendFinder (Dating/Adult): 85.296 Fundstellen · 4.304 .ch-Domains
    • Badoo (Dating): 55.356 · 11.253
    • Zoosk (Dating): 21.035 · 4.384
    • Fling (Casual-Dating): 4.718 · 1.081
    • Sexytipp (Adult): 1.879 · 580
    • Stripchat (Adult): 895 · 211
    • TnaFlix (Adult): 775 · 104
    • Prostoporno (Adult): 348 · 119
    • LordsOfPorno (Adult): 421 · 60
    • xHamster (Adult): 414 · 72
    • JustDate (Dating): 391 · 56
    • Ashley Madison (Affären-Dating): 387 · 50

    Der Führungswechsel ist der eigentliche Befund. Nach Fundstellen liegt AdultFriendFinder mit 85.296 klar vorn. Zählt man jedoch die distinkten .ch-Domains, führt Badoo mit 11.253 — mehr als doppelt so viele wie AdultFriendFinder. Eine Fundstelle ist ein Datensatz, keine Organisation: Dieselbe Adresse kann mehrfach vorkommen. Erst die Entdopplung auf Domain-Ebene zeigt die wahre Verbreitung — und die ist bei einer Mainstream-Dating-Plattform am grössten, nicht bei den einschlägigen Adult-Angeboten.

    3. Warum ausgerechnet die Firmenadresse?

    Die Studie belegt die Zahl, nicht das Motiv. Vier Erklärungen liegen nahe und schliessen einander nicht aus:

    1. Nicht jedes Konto legte die Person selbst an. Anmeldungen auf fremde Adressen sowie massenhafte Bot- und Affiliate-Registrierungen aus zugekauften Adresslisten erzeugen vollwertige Konten samt Passwort. 2. Die Firmenadresse war jahrelang die erreichbarste. Unternehmens-Proxys blockierten private Freemail-Weboberflächen als Schadsoftware-Einfallstor; die Dating-Plattform selbst stand auf keiner Sperrliste. 3. Der einzige Posteingang, in den der Partner nicht schaut. Der Familienrechner und das geteilte Freemail-Konto sind zu Hause einsehbar, das Firmenpostfach nicht — ein Tausch von Privatsphäre gegen Privatsphäre zu schlechtem Kurs. 4. Der Trugschluss über Sicherheit. Eine Adresse der Form [email protected] ist ein vollständiges Ausweisdokument samt Arbeitgeberangabe — eine Freemail-Adresse lässt sich anonym anlegen, diese nicht.

    4. Warum das die Geschäftsleitung angeht

    Auf Ebene der Belegschaft ist eine alte Registrierung ein persönliches Ärgernis. Auf Führungsebene ist sie ein Unternehmensrisiko: Ein einziger öffentlich gewordener Fall genügt, um eine Reputations- und im Ernstfall eine Governance-Krise auszulösen. Hinzu kommt die Erpressbarkeit — wer Zugriff auf diese Daten hat, benötigt keine technischen Fähigkeiten: Adresse, Plattform und Arbeitgeber stehen bereits nebeneinander. Nicht die Zugangsdaten sind das Problem, sondern die Zuordenbarkeit.

    > „Wenn eine berufliche .ch-Adresse auf einer Casual-Dating- oder Erotikplattform registriert ist, ist das kein Sittenthema, sondern ein Risiko — am Ende steht die persönliche wie die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel. Erpressbarkeit entsteht nicht durch das Verhalten, sondern durch dessen Nachweisbarkeit. Genau deshalb berichten wir ausschliesslich aggregiert und ohne Namen." — Manuel Löw-Beer, Risikomonitor.com

    Nächster Schritt: Risiko sichtbar machen

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    Methodik und Datenschutz

    Datengrundlage: Vereinheitlichter Bestand kommerzieller Breach-Intelligence-Quellen; sämtliche Fundstellen waren bereits zuvor öffentlich zugänglich. Stichprobe: 204.338 distinkte .ch-Domains mit mindestens einem Datenleck, davon 15.839 auf Dating-/Adult-Plattformen; 173.927 Fundstellen über 59 Plattformen. Ausgewertet wurden ausschliesslich domain-gebundene (berufliche/organisationale) Adressen; private Freemail-Anbieter bleiben unberücksichtigt. Schutzmassnahmen: Alle Auswertungen sind aggregiert; Plattformen unter einer Schwelle von 30 betroffenen Domains werden nicht namentlich ausgewiesen. Namen einzelner Personen, Domains oder E-Mail-Adressen werden nicht genannt. Rechtliche Einordnung: Sämtliche Daten sind Sekundärdaten aus bereits öffentlich zugänglichen Datenlecks; berichtet werden ausschliesslich statistische Auswertungen ohne Rückschlussmöglichkeit auf Einzelpersonen.

    Quellenangabe bei Verwendung: „Risikomonitor.com GmbH, Studie CH-07 — Darknet statt Darkroom (Schweiz 2026), Stichtag 2026-08-19".

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