Zum Inhalt springen
    RisikoMonitor
    Ransomware-Gruppe

    LockBit

    Ehemals weltweit aktivste Ransomware-Gruppe mit Ransomware-as-a-Service-Modell.

    zerschlagen Seit September 2019Herkunft: Russland (vermutet)Alias: LockBit 2.0, LockBit 3.0, LockBit Black

    LockBit war zwischen 2019 und 2024 die weltweit aktivste Ransomware-Gruppe und verantwortlich für über 2.000 dokumentierte Angriffe weltweit. Die Gruppe operierte als Ransomware-as-a-Service (RaaS) — sie stellte die Malware bereit, während Affiliates die eigentlichen Angriffe durchführten. Im Februar 2024 gelang Strafverfolgungsbehörden mit der Operation Cronos ein bedeutender Schlag gegen die Infrastruktur.

    Wie LockBit vorgeht

    LockBit war bekannt für seine Geschwindigkeit: Die Verschlüsselung begann oft innerhalb von Minuten nach der initialen Kompromittierung. Die Gruppe nutzte eine breite Palette von Angriffsvektoren: kompromittierte RDP-Zugänge, Phishing-E-Mails mit bösartigen Anhängen, die Ausnutzung von VPN-Schwachstellen (insbesondere Fortinet, Citrix und Pulse Secure) und Initial Access Broker. LockBit 3.0 führte zusätzlich ein Bug-Bounty-Programm ein — ein Novum in der Ransomware-Szene. Die Verschlüsselung erfolgte mit einer Kombination aus AES-256 und RSA-2048, was eine Entschlüsselung ohne Schlüssel praktisch unmöglich machte.

    Double und Triple Extortion

    LockBit praktizierte konsequent Double Extortion: Vor der Verschlüsselung wurden große Mengen an Daten exfiltriert. Die gestohlenen Daten wurden auf einer eigenen Leak-Site veröffentlicht, wenn das Opfer nicht zahlte. Ab LockBit 3.0 kam Triple Extortion hinzu — DDoS-Angriffe gegen die Infrastruktur des Opfers als zusätzliches Druckmittel. Die Lösegeldforderungen reichten von 50.000 USD bei kleinen Unternehmen bis zu mehreren Millionen USD bei Großkonzernen.

    Betroffene Branchen und Regionen

    LockBit war branchenübergreifend aktiv, mit besonderem Fokus auf das Gesundheitswesen, die Fertigungsindustrie, den Finanzsektor und öffentliche Einrichtungen. Im DACH-Raum waren zahlreiche mittelständische Unternehmen betroffen. Die Gruppe hatte explizit Angriffe auf kritische Infrastruktur in GUS-Staaten verboten — ein weiterer Hinweis auf den russischen Ursprung.

    Operation Cronos und aktueller Status

    Im Februar 2024 gelang einer internationalen Koalition aus FBI, NCA (UK), Europol und weiteren Behörden mit der Operation Cronos die Zerschlagung der LockBit-Infrastruktur. Server wurden beschlagnahmt, Entschlüsselungsschlüssel sichergestellt und mehrere Affiliates verhaftet. Der mutmaßliche Anführer Dmitry Khoroshev wurde identifiziert und angeklagt. Obwohl Versuche eines Neustarts beobachtet wurden, gilt LockBit als weitgehend neutralisiert.

    Taktiken von LockBit

    • ✗Ransomware-as-a-Service (RaaS) mit Affiliate-Programm
    • ✗Extrem schnelle Verschlüsselung (AES-256 + RSA-2048)
    • ✗Double & Triple Extortion (Datenleck + DDoS)
    • ✗Initial Access über RDP, VPN-Schwachstellen, Phishing
    • ✗Eigene Leak-Site mit Countdown-Timer
    • ✗Automatisierte Netzwerk-Ausbreitung via GPO

    Unser Vorgehen bei LockBit

    • Sofortige Identifikation der LockBit-Variante (2.0, 3.0, Black, Green)
    • Prüfung auf verfügbare Entschlüsselungsschlüssel aus Operation Cronos
    • Forensische Analyse des Angriffsvektors und der Lateral Movement
    • Exfiltrations-Assessment: Welche Daten wurden gestohlen?
    • Koordination mit Europol/BKA für bereits bekannte Affiliates
    • Vollständige System-Bereinigung und gehärtete Wiederherstellung

    Von LockBit betroffen?

    Unser Team hat umfangreiche Erfahrung mit LockBit-Angriffen. Wir reagieren innerhalb von 30 Minuten — rund um die Uhr.